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Schattenbaum Patenschaft + 250 gr. Trierer Stadtkaffee (ganze Bohne oder gemahlen)

Artikelnummer: 145215
Lieferzeit: 2-3 Tage
Verfügbarkeit:
35,00 
Beschreibung

Schattenbäume weichen immer mehr dem industriellen Druck nach mehr Ertrag. Dabei sind sie Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Schattenbäume tragen in den kaffeeproduzierenden Ländern maßgeblich zum Erhalt von Biodiversität bei. Mit dem neuen Klimasparbuch und auch online ist es nun möglich einen eigenen Schattenbaum im Ursprung, auf der Hacienda El Encanto zu pflanzen. Für Ihren Einsatz erhalten Sie ein Zertifikat und ein Bild von Ihrem Schattenbaum. Außerdem erhalten Sie als Dankeschön von uns 250 gr. Trierer Stadtkaffee. Bitte geben Sie bei online Bestellungen an, ob Sie den Kaffee gerne in ganzen Bohnen oder gemahlen haben möchten. Und ob Sie den Kaffee gerne in einer unserer Filialen abholen oder zugesendet haben möchten.

Details zum Projekt:

Kaffee ist vom Ursprung her eine Schattenpflanze. In der Vergangenheit und traditionell, wurde Kaffee im Schatten umstehender, großer Bäume angebaut. Bei dieser Methode bleibt ein Teil des natürlichen Lebensraumes erhalten, was natürlich mit einer deutlich höheren Artenvielfalt einhergeht. Die Wirklichkeit ist aber das unter dem ständigen Preisdruck der Märkte mittlerweile immer neue Sorten gezüchtet wurden und werden, die – bei reichlich Düngung – unter freiem Himmel wachsen. Damit kann auf Schattenbäume verzichtet werden, der Flächenertrag steigt, maschinelle Bearbeitung wird möglich und die Produktionskosten sinken. Heute kommt der Großteil des Kaffees aus eben diesen Monokulturen. Es gibt sehr viele Studien die zeigen welchen drastischen Effekt auf die Biodiversität durch die Monokulturen bestehen. Unter anderem finden amerikanische Zugvögel in den baumfreien Plantagen keinen Unterschlupf mehr und die Balance aus Schädlingen und Nützlingen, die im traditionellen Kaffeeanbau beobachtet werden kann, versucht man durch den Einsatz von umweltschädlichen Pestiziden auszugleichen.

Dann sind diese 100 m² ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Nachdenken über Kaffee

Durch unsere vielen Verkaufsgespräche, mit Kunden egal ob in Luxemburg, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich und den nicht wenigen Gespräche mit Farmern in Brasilien, Mexiko, Indien und besonders in Kolumbien, sind wir von Mondo del Caffè zu folgendem Resümee gekommen:  Die Bauern in den Tropen produzieren oft  schlechte Qualität, weil ihnen von den Kaffeehändlern gesagt wird, dass nur der Preis zählt. Auf der der anderen Seite des Ozeans sitzen die Konsumenten, die in der Regel gar keine Ahnung haben wie Kaffee wächst und angebaut wird , ihnen entgeht welche Vielfalt an Köstlichkeiten es auf der Welt gibt, weil die Händler eben nur was billiges bringen und man sich an den „einen“ Geschmack gewöhnt hat.

Wir haben vor einigen Jahren begonnen direkt bei den Farmern den Rohkaffee einzukaufen. Das sogenannte Prinzip des „Direkt Trade“; „Von der Pflanze in die Tasse (from the plant to the cup). Das ist aus den unterschiedlichsten Gesichtspunkten ein nicht sehr einfacher Weg. Nicht nur den Weg vom Farmer zu uns auch der Weg von uns zu ihnen aufzuzeigen, erfordert eine Menge Zeit und Geduld. Und je mehr wir über Kaffee lernen, je mehr wir erfahren und je tiefer wir in die Materie eintauchen, umso mehr merken wir, wie schwierig es ist alles zu bedenken und wie  wichtig es ist die Kaffee Kaffee-Genießer aufzurütteln.

Kaffee gehört zu den wichtigsten Welthandelsgütern. Mit einer Gesamtfläche von ca. 11 Millionen Hektar und ca. 110.000 Tausend 60 Kilogramm Säcken produziertem Rohkaffee, ist Kaffee das Lebenselixier von über 25 Millionen Menschen, die mit dem Anbau, der Verarbeitung und Handel von Kaffee beschäftigt sind. Brasilien und Vietnam sind mit Abstand die größten Kaffeelieferanten des Weltmarktes und für viele weitere Länder des Südens ist die Kaffeeproduktion ein wichtiger Wirtschaftszweig. Seine belebende Wirkung macht Kaffee neben Tee und Wasser zum beliebtesten Getränk weltweit. In Deutschland liegt der pro Kopf Verbrauch bei 7,4 Kilogramm Rohkaffee im Jahr. Kaffee ist jedoch ein sehr arbeitsintensives Produkt, das vor allem am Anfang der Produktionskette, wenig Gewinne einbringt. Kaffee ist immer noch das zweitgrößte Welthandelsgut nach Erdöl. Somit ist eins klar: Hier ist sehr viel Geld im Spiel. Somit sitzt aber auch am Ende der Konsument wirklich an den Schalthebeln was wo und wie gekauft wird. Er hat die Möglichkeit zu entscheiden ob er was kauft wann und warum er kauft.

Er kann getreu nach dem Motto „besser irgendein Siegel, als gar kein Siegel“ entscheiden, welchem Siegel er mehr Vertrauen schenkt. Es gibt ja nun doch schon einige und es fällt sehr leicht sich darüber zu informieren. Fragen, Nachfragen und nicht „Glauben“ sondern sich nachhaltiges Wissen verschaffen. Wir treiben es sogar soweit, dass Sie nicht nur zwischen verschiedenen Siegel wählen, sondern sogar eine Urlaubsreise nutzen können, um sich anzusehen, wie Kaffee angebaut wird. Jedes Jahr, reisen wir mit interessierten Kunden in die Finca nach Kolumbien und vor Ort kann man erleben wie toll die Vielfalt ist.

Kaffeeanbau – Schattenbäume –

In Kolumbien ist es aber so, dass der Schattenanbau immer weniger wird. Wie sich ein Preis des Kaffees und der „Siegel“ zusammensetzt kann man sehr einfach hier sehen:  http://www.cooperandes.com/

Für den Standard Kaffee, also der „nicht irgendwie zertifizierte Kaffee“ bekommt der Farmer von der Kooperative:

790.000 Col. Pesos für 1 Carga = 115 kg = 2,20 € / kg Pergamino
840.000 Col. Pesos für 1 Carga = 115 kg = 2,34 € / kg Pergamino bezahlt schon mal Nespresso

Rainforest, UTZ, Fairtrade zahlen 2,25 €

Mit Nespresso sind die Farmer über den indirekten Handel also besser dran, wie am Beispiel dieser Kooperative zu sehen ist.

Also, wenn nicht bald ein paar Kaffeetrinker zu denken anfangen, geht der Zug unumkehrbar in diese Richtung: https://www.youtube.com/watch?v=QrwSlfRZgfo

Eins vorab klar gestellt: Es geht nicht darum Unternehmen zu diskreditieren oder anzugreifen. Es geht ausschließlich um Transparenz. Vom Anbau bis in die Tasse. Selbstverständlich haben international agierende große Unternehmungen, technisch und finanzielle Mittel die Qualität gewährleisten könnten. Aufgrund der Tatsache aber, das Kaffee ein Massenprodukt ist, kann die Industrie aber nicht Rücksicht auf Natur und den einzelnen Farmer nehmen. Sie muss sicherstellen, dass die Produktionsanlagen maximale Laufzeit und Effizienz haben und der „Bedarf“ an Heißgetränken weltweit gedeckt wird. Diesen Bedarf deckt man aber nur durch Mono Kulturen. Kaffee-Monokulturen funktionieren nur mit viel Chemie. Offensichtlich stört das aber nur sehr wenige Menschen. Die großen Kaffee-Firmen werben sogar mit den angeblich ach so schönen Bildern von Monokulturen, auch Medien finden Monokulturen vorbildhaft. Monokulturen, wohin man schaut! Brasilien, dass größte kaffeeproduzierende Land, ist mittlerweile sogar Weltmeister im Import von Pestiziden & Fungiziden. Eine Pflicht Kaffee der so produziert ist zu kennzeichnen, besteht bislang nicht!

Kaffee und sein drastischer Einfluss auf die Biodiversität:

 Wenn man sich jetzt die Chemie vorstellt, die in diesen Landschaften versprüht wird, könnte einem die Lust auf Kaffee vergehen. Sollte man allerdings deshalb auf Kaffee verzichtet, steigen die Bauern über kurz oder lang auf Rinderzucht um und das wäre noch schlimmer.

100m² Tropengarten für einen Jahresbedarf Kaffee

Den meisten Kaffee-Trinker/Innen ist wahrscheinlich nicht bewusst, wie sich ihre Kaffeewahl auf die Biodiversität unserer Erde auswirkt. Naturnaher Kaffeeanbau, hilft dabei, wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu schützen.

Auf der Seite unseres Partners Marco´s Grocce  von der Fazenda Ambiental Fortaleza kann man sich eindrucksvoll ein Bild machen. http://www.bobolinkcoffee.com/Coffee.asp .

Mit dem Projekt „Bob-o-link“ wird für mehr Schattenbäume, mehr Zugvögel, mehr Insekten und damit für den Erhalt der Flora und Fauna eingetreten. Es ist ja nun nicht alleine beim Kaffeeanbau klar, dass Naturnaher Anbau wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere schützt.

Er entwickelt sich gerade, der naturnahe Kaffeeanbau und es sind auch für die Industrie mehrere Siegel am Markt, die ihn zertifizieren. Am Ende sind es aber der Kaffee Trinker, die Kaffee Trinkerin, die entscheiden, ob diese naturnahe Wirtschaftsweise zunimmt oder abnimmt.

Aktuell bleiben in Kolumbien die Bauern auf ihrem Rainforest-zertifizierten Kaffee sitzen, weil die Konsumenten lieber billigen Kaffee kaufen und die Prämien nicht gezahlt werden. Die Bauern müssen den Kaffee zu Standardpreisen verkaufen. Damit sind die großen Plantagen mit den totgespritzten Monokulturen im Vorteil. Aber dies ist nicht alleine das Problem. Wie in den letzten Wochen ja eindrucksvoll in den Nachrichte zu erfahren war, ist Kolumbien durch schwere Erdrutsche heimgesucht worden. Es gab wieder viele Tote und Verletzte. Viele haben  ihr ganze Hab und Gut verloren. Die letzten Erdrutsche waren ca. 300 km von unseren Farmern in der Region rund um die Stadt Ciduad Bolivar entfernt. Durch das langjährige Diktat zu den Monokulturen und das nicht Vorhandensein von Direkt Trade Strukturen ist der Erosion   nur sehr schwer beizukommen.

Unsere Anstrengungen dort mit Schattenbäumen entgegenzuwirken schreitet Aufgrund der fehlenden Mittel zu langsam voran. Zu langsam im Verhältnis zur  Klimaveränderung,  zu langsam für das Fortschreiten der Auswirkungen durch die Erosion,

Dabei ist es einfach, den Lebensraum von Kolibris und anderen Tieren zu schützen. Um 7,5 kg Kaffee – den Jahresbedarf eines mäßigen Kaffeetrinkers – zu produzieren, sind 100 m² Fläche erforderlich. Fällt die Entscheidung auf einen Kaffee

Hier etwas zum Rechnen:  Die Kennzahlen für Anbau am Beispiel Kolumbien:

Je Hektar Anbaugebiet sind in Kolumbien ca. 5.500 bis 7.000 Kaffeestäucher gepflanzt. (Das hängt von der Kaffee Varietät, der Pflanze aber auch vom Gebiet ab).

Aus ca. 6.000 dieser Kaffeesträucher erhalte ich ca. 12.000 kg Kaffeekirschen. Die alle gepflückt werden wollen.  Aus diesen 12000 kg Kaffeekirschen erhalte sich ca. 2.400 kg Hornschalenkaffee, den sogenannten „Pergamino“ der noch geschält werden will, damit ich an den eigentlichen Kaffeekern (Rohkaffee) bekomme. Das Verhältnis von Kaffeekirche zu Pergamino beträgt ungefähr 1 : 5.  Das heißt um 1 kg Pergamino zu bekommen benötige ich 5 kg Kaffeekirchen. Das variiert aber von Varietät und Alter der Bäume.

Pergamino zu Rohkaffee:  hier gibt es keine feste Formel, denn es hängt im Besonderen von der Qualität der Bohnen ab. Je weniger „Fehler“, also Faule, überreife, nichtreife, gebrochene, angefressene, der Rohkaffee hat, desto weniger Pergaminos benötigt man für den exportfähigen Kaffee. 

Als Faustformel kann man ca 25 % anrechnen.  Das heißt aus 100 kg Pergaminos erhält man 75 kg Rohkaffee. Rohkaffee der zu Röstkaffee geröstet wird. Durch das Rösten verliert man nochmal ca 18 % an Gewicht (Wasser, Fette etc.)  Das heißt, das aus 75 kg Rohkaffee man nach Abzug des Röstverlust von ca. 18% 61,5 kg Röstkaffee gerösteten Kaffee bekommt.

Also das heißt: Ein Kaffeestrauch hat einen Ertrag von ca. 4 kg Kaffeekirschen oder 800 gr. Pergamino oder 600 gr. grüner Kaffee oder 492 gr. Röstkaffee. Heißt: 2 Kaffeebäume = 500 gr. gerösteter Kaffee.

Wenn ich jetzt aber überall noch  Schattenbäume hinzusetze verliere ich einige Kaffeesträucher und dadurch büße ich Umsatz und Ertrag ein. Das auch auf die Gefahr hin, durch die fehlenden Schattenbäume nicht der Erosion entgegenzuwirken sondern hoffend darauf nicht vom nächsten Regen erwischt zu werden. Der Farmer kann dem nur entgehen, wen sein Kunde dieses Weniger an Ertrag durch einen Besseren / höheren Preis ausgleicht.